Bava Batra 35

Kapitel 35

א המלח ואת הסיד ואת הסלעים מכותלו של חבירו ג' טפחים או סד בסיד טעמא דאיכא כותל הא ליכא כותל סומך
1 Salz, Kalk und Feuersteine von der Wand eines anderen drei Handbreiten oder man verputze sie mit Kalk. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, so ist es auch nahe erlaubt!? –
ב לא כי ליכא כותל נמי לא סמיך ואלא מאי קא משמע לן הא קא משמע לן דהני קשו לכותל
2 Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach? – Er lehrt uns, daß diese der Wand schädlich sind. –
ג תא שמע מרחיקים את הזרעים ואת המחרישה ואת מי רגלים מן הכותל שלשה טפחים טעמא דאיכא כותל הא ליכא כותל סמיך לא כי ליכא כותל נמי לא סמיך ואלא מאי קמ"ל הא קא משמע לן דמתונתא קשה לכותל
3 Komm und höre: Man entferne Saaten, den Pflug und Urin drei Handbreiten von einer [fremden] Wand. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Er lehrt uns, daß die Feuchtigkeit der Wand schädlich ist. –
ד תא שמע ואת הריחים ג' מן השכב שהן ד' מן הרכב טעמא דאיכא כותל הא ליכא כותל סמיך לא כי ליכא כותל נמי לא סמיך ואלא מאי קא משמע לן הא קא משמע לן דטירייא קשה לכותל
4 Komm und höre: Eine Mühle entferne man drei [Handbreiten] vom Mühlsteine aus, das sind vier vom Mahlsteine. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Er lehrt uns, daß die Erschütterung der Wand schädlich ist. –
ה תא שמע ואת התנור שלשה מן הכליא שהן ד' מן השפה טעמא דאיכא כותל הא ליכא כותל סמיך לא כי ליכא כותל נמי לא סמיך אלא מאי קא משמע לן הא קא משמע לן דהבלא קשה לכותל
5 Komm und höre: Einen Backofen entferne man drei vom Sockel aus, das sind vier vom Rande. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Daß die Hitze der Wand schädlich ist. –
ו תא שמע לא יפתח אדם חנות של נחתומין ושל צבעין תחת אוצרו של חבירו ולא רפת בקר טעמא דאיכא אוצר הא ליכא אוצר עביד
6 Komm und höre: Man darf unter dem Speicher eines anderen keinen Bäcker- oder Färberladen eröffnen, auch keinen Rinderstall [anlegen]. Nur wenn ein Speicher vorhanden ist, wenn aber kein Speicher vorhanden ist, ist dies erlaubt!? –
ז דירה שאני דיקא נמי דתני עלה אם היתה רפת בקר קודמת לאוצר מותר
7 Anders verhält es sich bei einem Wohnraume. Dies ist auch zu beweisen, denn hierzu wird gelehrt: Wenn aber der Rinderstall früher da war, als der Speicher, so ist es erlaubt. –
ח תא שמע לא יטע אדם אילן סמוך לשדה אלא אם כן הרחיק ממנו ד' אמות ותני עלה ד' אמות שאמרו כדי עבודת הכרם
8 Komm und höre: Man darf einen Baum neben dem Felde [eines anderen] nur dann pflanzen, wenn man ihn vier Ellen entfernt. Hierzu wird gelehrt: Die vier Ellen, von denen sie sprechen, sind zur Bearbeitung des Weinberges erforderlich.
ט טעמא דמשום כדי עבודת הכרם הא לאו משום כדי עבודת הכרם סמיך ואע"ג דאיכא שרשין דקא מזקי הכא במאי עסקינן דמפסיק צונמא
9 Nur wegen der Bearbeitung des Weinberges, wenn aber nicht die Bearbeitung des Weinberges zu berücksichtigen wäre, würde es erlaubt sein, obgleich die Wurzeln Schaden anrichten!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn sie durch einen Felsen getrennt sind.
י (דיקא נמי דקתני) היה גדר בינתים זה סומך לגדר מכאן וזה סומך לגדר מכאן
10 Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Befindet sich dazwischen eine Mauer, so darf dieser an der einen Seite bis an die Mauer heranrücken und der andere an der anderen Seite bis an die Mauer heranrücken. –
יא אי הכי אימא סיפא היו שרשיו יוצאין בתוך של חבירו מעמיק להן שלשה טפחים כדי שלא יעכב המחרישה ואי דמפסיק צונמא מאי בעו התם הכי קאמר ואי לאו צונמא והיו שרשיו יוצאין לתוך של חבירו מעמיק שלשה טפחים כדי שלא יעכב המחרישה
11 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Ragen die Wurzeln in das Gebiet des anderen hinein, so darf dieser sie bis zur Tiefe von drei Handbreiten entfernen, damit sie dem Pfluge nicht hinderlich seien. Wieso können [die Wurzeln] hineinragen, wenn sie durch einen Felsen getrennt sind!? – Er meint es wie folgt: wenn sie aber nicht durch einen Felsen [getrennt sind] und die Wurzeln in das Gebiet des anderen hineinragen, so darf dieser sie bis zu einer Tiefe von drei Handbreiten entfernen, damit sie dem Pfluge nicht hinderlich seien. –
יב תא שמע מרחיקין את האילן מן הבור עשרים וחמש אמה טעמא דאיכא בור הא ליכא בור סמיך לא כי ליכא בור נמי לא סמיך והא קמ"ל דעד כ"ה אמה אזלי שרשים ומזקי לבור
12 Komm und höre: Man muß einen Baum fünfundzwanzig Ellen von einer Zisterne entfernen. Nur wenn eine Zisterne vorhanden ist, wenn aber keine Zisterne vorhanden ist, so ist dies auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Zisterne vorhanden ist, ist dies verboten, nur lehrt er uns, daß die Wurzeln fünfundzwanzig Ellen reichen und die Zisterne beschädigen können. –
יג אי הכי אימא סיפא ואם אילן קדם לא יקוץ ואי דלא סמיך היכי משכחת לה כדא"ר פפא בלוקח ה"נ בלוקח
13 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: war aber der Baum früher da, so fälle man ihn nicht; wieso kann dies nun vorkommen, wenn man es in der Nähe nicht darf!? – Wie R. Papa erklärt hat, wenn er es gekauft hat, ebenso auch hierbei, wenn er es gekauft hat. –
יד תא שמע מרחיקין את המשרה מן הירק ואת הכרישין מן הבצלין ואת החרדל מן הדבורים טעמא דאיכא ירק הא ליכא ירק סמיך לא כי ליכא ירק נמי לא סמיך והא קמ"ל דהני קשו אהדדי
14 Komm und höre: Man entferne die Flachsbeize von Kräutern, den Lauch von Zwiebeln und den Senf von Bienen. Nur wenn Kräuter vorhanden sind, wenn aber keine Kräuter vorhanden sind, so ist dies erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Kräuter vorhanden sind, ist dies verboten, nur lehrt er uns, daß diese einander schädlich sind. –
טו אי הכי אימא סיפא רבי יוסי מתיר בחרדל מפני שיכול לומר לו עד שאתה אומר לי הרחק חרדלך מן דבוראי הרחק דבורך מן חרדלאי שבאות ואוכלות לגלוגי חרדלאי
15 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jose erlaubt es beim Senf, weil er zu ihm sagen kann: während du von mir verlangst, meinen Senf von deinen Bienen zu entfernen, entferne du deine Bienen von meinem Senf, denn sie kommen und fressen mir die Blüten von meinem Senf ab.